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Schachiges
Stefan Zweig (dt. Schriftsteller) zum Schach:
"Schach ist ein Denken, das zu nichts führt, eine Mathematik, die nichts errechnet, eine Kunst ohne
Werke, eine Architektur ohne Substanz und nichts desto minder erwiesenermaßen dauerhafter seinem Sein
und Dasein als alle Bücher und Werke, das einzige Spiel, das allen Völkern und allen Zeiten zugehört
und von dem niemand weiß, welcher Gott es auf die Erde gebracht hat, um die Langeweile zu töten, die Sinne
zu schärfen, die Seele zu spannen. Wo ist bei ihm Anfang und wo das Ende? Jedes Kind kann seine ersten Regeln
erlernen, und doch vermag es innerhalb dieses unveränderbaren Quadrats, eine besondere Spezies von Meistern
zu erzeugen, unvergleichlich allen anderen".
Woher stammt Schach?
Wann das Schachspiel erfunden wurde, wissen die Geschichtsforscher noch nicht genau. Fest steht, daß
in Indien Texte aus dem Jahre 570 gefunden wurden, die sich bereits mit dem Schach beschäftigen.
Deshalb geht man heute davon aus, daß sich das Schachspiel um das Jahr 500 in Indien entwickelte.
Es war als eine Art unblutiges Kriegsspiel gedacht. Die Bauern stellten die Infanterie dar, die Springer
entsprachen der Kavallerie, die Läufer symbolisierten indische Kampfelefanten und die Türme
waren die Kampfwagen. Genauso war ein indisches Heer zusammengesetzt. Den Befehl hatte der König,
dem ein Berater - das ist heute die Dame - zur Seite stand. Von Indien war es nur ein kleiner Schritt
ins benachbarte Persien. Und als die Araber um 650 Persien überfielen, nahmen sie das Schachspiel
mit in ihre Heimat. Der persisch-arabische Ausruf Shah mat! (Schachmatt!) bedeutet übrigens:
Der König ist tot.
In den nächsten Jahrhunderten wanderte das Schachspiel über Nordafrika und Spanien nach Europa.
Das acht mal acht Felder große Spielbrett gab es aber schon bevor Schach gespielt wurde. Die Inder
benutzten es für ein Würfelspiel. Die Zahl 8 hat für den Hinduismus - die indische Religion -
eine besondere Bedeutung. Sie steht für Vollendung und Harmonie.
Quelle:
http://www.wissen.lauftext.de/der-mensch/die-geschichte/die-geschichte-vom-schach.html
| Bereicherung des Seelenleben |
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Die Letzten werden die Ersten sein |
Die Wissenschaft hat längst entdeckt,
dass Schach den Intellekt erweckt.
Doch ferner gilt: Dadurch erblüht
sogar das menschliche Gemüt!-
Man setzt sich an das Brett gelassen-
so zwischen lieben oder hassen.
Doch bald schon ist der Schächer offen
für leises Zweifeln oder Hoffen.
Ein Fehler aber wird zum Dorn
und weckt in seiner Brust den Zorn.
Er fühlt sich dann erst wieder gut,
wenn auch sein Gegner sich vertut.
Da wird das wilde Schachgewühle
zum Wechselbade der Gefühle.
Die ganze Spannnung, sie versiegt
erst dann, wenn endlich einer siegt.
Der Sieger lächelt gönnerhaft,
was seinem Partner Missmut schafft,
denn eines Menschen Schadenfreude
erinnert fast an Hunderäude.-
So zeigt sich reich an Caissas Brette
der Seelenregungen Palette!
Dr. Helmut Tribus
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Im Mannschaftskampf hat sichs bewährt,
dass man nach Hackordnung verfährt.
der stärkste spielt am ersten Brette;
und wie die Glieder einer Kette
so folgen diesem Mann für Mann,
der Zweite bis zum Letzten dann.-
Und ist ein Schachverein recht groß;
Dann gibts nicht eine Mannschaft bloß.
Der ersten folgen drauf die nächsten;
Das geht zuweilen bis zur sechsten
die letzte hat als Privileg
beim Auswärtsspiel den kurzen Weg.
Man spielt ja nur im Kreisbezirke
und hofft, dass man den Sieg erwirke.-
Falls nicht, so findet man Erbarmen,
schon bald in seiner Gattin Armen,
beziehungsweise kann bei Muttern
den Frust sich von der Seele futtern.
Drum, Abends früh - Beim Saft der Gersten
sind die Letzten ... oft die Ersten!
Dr. Helmut Tribus
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